Es macht Spaß, sich im Weinviertel zu verirren, sich irgendwo wiederzufinden in wunschlosem Behagen. Doch letztlich tut es gut, auch ein vertrautes Ziel zu haben, ein ganz besonders erfreuliches.

Da gibt es das Pulkautal, dicht an der Grenze, und da steht in Untermarkersdorf seit über 350 Jahren der Hof der Familie Himmelbauer. Edi und Elisabeth sind um Einiges jünger. Das hindert sie allerdings nicht daran, mit der Familientradition pfleglich umzugehen. Schon ihre Väter und Großväter hielten mehr von Qualität als von Quantität und waren stets bereit, zu lernen. So hat auch heute die Vergangenheit Zukunft, weil sie nicht von Gestern ist. Überlieferte Weinkultur bleibt lebendig, weil sie behutsam, aber bestimmt erneuert wird. Das kann aber nur im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten funktionieren, dem speziellen Kleinklima des Tales, mit der Lage und den Böden der Rieden, Fuchsberg, zum Beispiel, wo der Grüne Veltliner zu ungeahnter Vollendung reift; Linsbühel und Blauer Portugieser gehören ganz einfach zusammen, wie Schatzberg und Riesling, Alte Heide und Roter Veltliner, Cabernet Sauvignon und Merlot sind auf dem steilen Sonnenhang der Riede Steinberg zuhause, die auch Tedten Hengst heißt, weil die Talfahrt früher für so manches Pferdefuhrwerk zur Höllenfahrt wurde.

Da lobe ich mir die Kellergasse: Sie führt geradewegs in einen unheiligen Himmel.

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